Boilies selber machen Anleitung

Die meisten Karpfenangler kaufen fertige Boilies und erzielen damit gute Erfolge. Wer jedoch entweder sehr oft fischen geht oder an Gewässern fischt, an denen sehr viel gefüttert werden muss, der muss eine Menge Geld zur Verfügung haben. Wer Geld sparen möchte und trotzdem viel füttern muss, der sollte seine Boilies selber machen. In diesem Artikel veröffentlichen wir eine Schritt für Schritt Anleitung zur selbstständigen Boilie Produktion.

Vorteile selbstgemachter Boilies:

  • Preisgünstiger
  • 100% Klarheit über Inhaltsstoffe
  • Anpassbarkeit an Bedingungen
  • Individuelle Sorten, die es nicht zu kaufen gibt
  • Es macht Spaß und gehört für viele Zum Hobby dazu

Was braucht man alles?

1. Topf zum kochen

2. Schüssel klein

3. Holz- / Plastikbrett

4. Große Schüssel (1-2 Liter Füllmenge)

5. Waage

6. (Boiliemix oder Boilierezept, dazu später mehr)

7. Boiliefarbe (optional)

8. Konservier Stoffe (optional)

9. Boilie Rollbrett

10. Boiliegun / Luftdruckspritze

11. Aufsetzter für die Boiliegun

Konzept

Bevor man mit den Herstellungsprozessen beginnt, muss man sich fragen, ob man sich selber ein Rezept zusammenstellt oder ob man auf einen Boiliemix zurückgreift.

Boiliemix

Ein Boiliemix ist im Prinzip eine fertige Zusammensetzung aus allen Zutaten. Der Vorteil ist, dass man sich keine Gedanken machen muss, wo man seine Zutaten herbekommt oder welche Mengen benötigt werden. Auch können Hersteller von Boiliemixen die Zutaten in großen Mengen einkaufen, wodurch niedrigere Preise resultieren, die man als normaler Angler nicht bekommt.

Hier bekommen sie fertige Boiliemixe zu den besten Preisen: Boiliemixe

Rezepte

Ein Boilierezept ist genau wie beim Kuchen backen. Alle Zutaten werden in den richtigen mengen eingekauft und zusammengefügt.

Hier eine Liste an Rezepten, die alle auf 1 kg Rohmasse abgesehen sind:

Einfache Boilies:

300 g Sojamehl, 300 g Grieß, 300 g Maismehl, 100 g Puddingpulver (Vanille oder Schoko), 10 Eier

Hanfboilies:

250 g Maismehl, 250 g Sojamehl, 100 g Hanfmehl, 100 g Milchpulver, 300 g Grieß , 5-15 g Paprika, Knoblauch oder Zimt

Frolicboilies:

500 g Frolic fein mahlen, 300 g Hartweizengrieß, 200 g Maismehl, 1 El Knoblauchpulver, 7-9 Eier, 5ml Öl

Fischmehlboilies:

200g Fischmehl, 200 g Maismehl, 200 g. Sojamehl, 400 g. Grieß, 3 Eier

Tigernussboilie: (eigener Artikel zum Tigernussboilie)

300g Weizengrieß, 500g Tigernussmehl, 100g Mais (gerodet), 100g Weizenmehl, 30 ml Öl, 1/2 TL Salz, 1 TL Zucker, 8-10 Eier

Birdfoodboilie:

100g gemahlenes Vogelfutter, 200g Sojamehl, 250g Maismehl, 250g Grieß, 50g Geschmacksverstärker, 50g Zucker, 100g Casein, 8-10 Eier

Hordcore Fischboilie:

200 g Sardinenmehl, 200 g Thunfischmehl, 150 g Reismehl, 150 g Weizengrieß, 120 g Maismehl, 50 g Lactalbumin, 50 g Bierhefe, 50 g Fischprotein, 30 g Blutmehl, 8 Eier

Aus eines dieser Rezepten kann man sich nun 1 kg zusammenstellen, um mit der Produktion beginnen zu können. Selbstverständlich kann man auch 50 kg herstellen, dafür einfach im Verlauf dieses Artikels alle Mengen x 50  nehmen (Dreisatz).

Schritt 1: Eier aufschlagen

Die Eier bilden die Basis für unseren Boilie, ohne Eier läuft nichts. In der Regel werden pro Kilo Trockenmix 10-12 Eier verwendet.

Die normale Große ist L!

Tabelle zur Veranschaulichung:

100 Gramm Trockenmix -> 1 Ei

1 kg Trockenmix -> 10 Eier

5 kg Trockenmix -> 50 Eier

20 kg Trockenmix -> 200 Eier

Auf der obigen Abbildung werden 300 Gramm Trockenmix verwendet, daher auch 3 Eier.

Schritt 2: Haltbarkeit verbessern

Günstige Boilie selber produziert zu haben ist schön und gut, doch sollte man bedenken, dass diese auch haltbar sein sollten, wenn man nicht direkt alles verfüttert. Um die Haltbarkeit deutlich zu verbessern gibt es Konservierer.

Zu empfehlen ist eine geruchs- und  geschmacksneutraler Konservierer. Hier finden sie einen solchen Konservierer zum besten Preis: Konservierer.

Dosierung

Es sollten in der Regel 10% der Rohmasse aus dem Konservierer bestehen.

Tabelle zur Veranschaulichung:

100 Gramm Trockenmix -> 10 ml

1 kg Trockenmix -> 100 ml

5 kg Trockenmix -> 500 ml

20 kg Trockenmix -> 2 Liter

Den Konservierer gibt man idealerweise schon zu den Eiern, da sich später der Konvervierer gut unter der Boiliemasse verteilen kann. Man möchte schließlich nicht, dass in einem Teil der Boilies große Mengen an Konservierern drin ist und in anderen Boilies gar nichts.

Schritt 3: Bunte Boilies

Auf dem Markt gibt es Boilies in allen möglichen Farben. An jedem Gewässer funktionieren verschiedene Farben unterschiedlich, daher kann man selber entscheiden, ob man seine Boilies färben möchte oder nicht. Wenn ja, dann in welcher Farbe?

Hier finden sie eine große Auswahl an verschiedensten Farben: hier

Ob der Farbstoff trocken oder flüssig ist, spielt keine Rolle. Die Dosierung liegt bei 1 kg Trockenmix auf ca. 3-4 Esslöffel Farbstoff.

Tabelle zur Veranschaulichung:

100 Gramm Trockenmix -> ½ Esslöffel

1 kg Trockenmix -> 3-4 Esslöffel

5 kg Trockenmix -> 15-20 Esslöffel

20 kg Trockenmix -> 150-200 ml (60-80 Esslöffel)

Wer nicht so starke Farben haben möchte, greift zum kleineren Wert, wer intensive Farben haben möchte, greift zum größeren Wert.

Nachdem man die Farbstoffe zu den Eiern beigefügt hat, kann man anfangen die Eier zu rühren. Jedes Eigelb sollte zerschlagen sein und der Farbstoff gut verteilt.

Schritt 4: Basis des Boilies

Nun nimmt man seinen Trockenmix (entweder ein Fertig Mix oder durch ein Rezept, wurde oben erklärt) und wiegt seine gewünschte Menge ab. Wenn man z.B. 1 kg Trockenmix hat, werden es am Ende ca. 1,2 bis 1,3 kg Boilies, da Eier, Farbe und Konservierer schließlich auch dazukommen.

Auf der Abbildung wurden 300 Gramm Trockemix abgewogen, da auf der ersten Abbildung auch 3 Eier verwendet wurden.

Schritt 5: Zusammengeben

An dieser Stelle gibt man die zerschlagen Eier (mit evtl. Farbstoff und Konservierer) zu dem Trockenmix. Am besten eignet sich dafür eine ausreichend große und runde Schüssel.

Damit sich nun alles ordentlich verteilt, kann man zum Rühren einen Mixer verwenden. Der Rührvorgang ist genau wie beim Kuchen backen. Es sollten keine trockenen Stellen mehr vorhanden sein und die Konsistenz sollte überall gleich sein.

Der Teig hat die ideale Konsistenz erreicht, wenn er nicht mehr stark klebt und kein Pulver mehr zu sehen ist. Den Teig sollte man mit der Hand kneten und verformen können, ähnlich wie beim Kuchen backen.

Falls der Teig zu trocken ist, kann man noch ein halbes Ei hinzugeben und es ordentlich unterrühren.

Falls der Teig zu flüssig ist, kann man noch etwas Trockenmix unterrühren.

Schritt 6: Boiliegun

Eine Boiliegun bekommt man im Baumarkt oder im Internet. Sie fangen bei 15-20€ an und enden bei 100-150€. Eine einfache Boiliegun reicht für den anfangen vollkommen aus.

Als nächstes muss der Teig in die Boiliegun geladen werden. Dazu wird als erstes die Boiliegun aufgezogen und dann der Teig oben hineingeschoben. Am besten formt man eine lange Wurst, denn so lässt sich die Gun leichter befüllen.

Wenn der Teig vollständig in der Boiliegun ist, kann man den Aufsetzer aufdrehen. Der Durchmesser des Aufsetzers bestimmt nun wie dick die Wurst ist, die aus der Boiliegun kommt. Dieser Durchmesser sollte der gleiche sein wie auf dem Boilierollbrett.

Wenn man jetzt auf den Abzug drückt, kommt oben eine Wurst raus. Typische Durchmesser sind 16, 20 und 24 mm. Natürlich gibt es auch noch größerer/ kleinere.

 Auf der Abbildung beträgt der Durchmesser 14 mm. Wenn man einen kleinen Durchmesser wählt, bekommt man am Ende mehr Boilies und kann eine größere Fläche befüttern.

Die entstandenen Würste legt man dann auf das Boilie Rollbrett. Wichtig ist, dass die Würste nicht über den Rand hinübergehen.

Jetzt kann man mit dem Gegenstück mehrmals über diese Würste fahren.

Schritt 7: Kochprozess

Zuerst füllt man dein Kochtopf zur Hälfte mit Wasser und lässt das Wasser leicht köcheln. Nun legt man vorsichtig die Boilies ins kochende Wasser.

Die Boilies sind fertig, wenn sie an der Wasseroberfläche schwimmen und sollte nach 10-15 min der Fall sein.

Dann fischt man sie aus dem Wasser heraus und trocknet sie auf einem Tuch.

Schritt 8: Aufbewahren

Damit der Boilie an Feuchtigkeit verliert, sollte er 1-2 Stunden auf einem Tuch (z.B. Küchentuch oder Handtuch) trocknen und abkühlen.

Wenn man eine Konservierer verwendet hat, kann man die Boilies in einer Plastiktüte verpacken und an einem dunklen Ort lagern.

Wer keinen Konservierer verwendet hat, der sollte die Boilies in Salz einlegen. Für 3 Kilo Boilies braucht man 1 Kilo  Salz. Am besten man füllt abwechselnd Salz und Boilies in einen Eimer. Dieser Eimer sollte, wenn möglich, nicht in der Sonne stehen und nicht heiß werden.

Bei der Verwendung eines Konservierers kann man mit einer Haltbarkeit von 6-8 Monaten rechnen.

Unterm Strich ist die Verwendung eines Konservierers jedoch günstiger als das Salz.

Der fertige Boilie

Zusammenfassung