Karpfenangeln: 4 Experten Tipps für mehr Karpfen

Tipp 1: Mehr Bisse durch richtige Boilie Farbe

Ein relativ einfacher Trick, um schneller Bisse zu bekommen ist die Farbwahl. Mit einem hellen Pop Up bildet man einen Kontrast zu dunklen Boilies. Fischt man grundsätzlich nur helle Boilies, bilden diese einen Kontrast zum dunklen Boden. Die Karpfen erkennen den Futterplatz dadurch schneller, jedoch finden sie den Hakenköder nicht so schnell. Um schnell Karpfen an den Futterplatz zu bekommen ist ein auffälliges Futter von Vorteil. Möchte man einen schnellen Biss sollte man dunkle Boilies mit einem auffälligen Pop Up Fischen. Dunkle Farben passen zur natürlichen Nahrung des Karpfens. Ältere und vor allem erfahrene Karpfen kann man eher schwer mit auffälligem Futter fangen, hier sollte man sich der natürlichen Nahrung anpassen. Der Boilie vom Bild ist der Hardcore Fish Pro. Er ist einer der hochwertigsten Boilies in unserem Shop und auch zeitgleich der dunkelste.

Tipp 2: Boilies noch fängiger machen – Boilie Trick

Ein relativ einfacher Trick, um noch mehr Aromastoffe ins Wasser abzugeben, ist das Halbieren des Boilies. Der halbierte Boilies kommt an mehr Stellen mit Wasser in Kontakt und wird somit schneller ausgewaschen. Auch unterscheidet sich der Hakenköder von dem den restlichen Boilies im Wasser, da er nicht rund, sondern eher eckig ist.

Die Karpfen können den Boilie deutlich schneller finden, wenn er mehr Aromen in Wasser gibt. Wie auf dem Bild zu sehen ist gibt der normale Boilie (Hardcore Fish Pro) auch ohne Halbierung ausreichend Geschmacksstoffe ab.

Hier geht´s zum Hardcore Fish Pro

Wichtig: Hat man Krebse im Wasser sollte man besser ganze Boilies fischen. Ein Krebs kann einen halbierten Boilie deutlich schneller zerlegen, als einen ganzen Boilie. Hat man keine bzw. nur wenige Krebse im Gewässer kann man den Hakenköder beruhigt halbieren.

Tipp 3: Verfeinere deine Boilies mit natürlichen Ölen

Eine Methode den Futterplatz attraktiver zu machen sind natürliche Öle. Es gibt viele Dips mit verschiedensten Aromen. Man kann nie wissen, ob der Karpfen den Dip akzeptiert. Bei natürlichen Ölen kann man sicher sein, dass der Karpfen diese akzeptiert. Zum Beispiel verwenden wir gerne Tigernussöl in Kombination mit dem Hardcore Fish Pro Boilie. Der Boilie hat einen sehr intensiven Fisch Geruch/Geschmack, daher kann man ihn gut mit einem nussigen Öl kombinieren. In diesen Ölen sind keine chemischen Mittel verarbeitet.

Tipp 4: Morgens neue Stellen befischen

Wer kennt es nicht: Man hat die ganze Nacht keinen Biss gehabt. Am nächsten Morgen hat man 2 Möglichkeiten. Entweder man lässt die Ruten drin oder bestückt sie neu. Viele, die den Köder neu bestücken, fischen weiterhin auf der selber Stellen aus der Nacht. Ein Tick ist es sich morgens eine neue Stelle zu suchen. Die kann oft einen Bonus Fisch bringen. Wenn Nachts schon nichts auf dem Spot lief, werden morgens oft die Chancen nicht höher sein. Wichtig sind jedoch die Zeiten des Gewässers. In manchen See beißen die Fische ausschließlich morgens. Hierbei sollte man die Ruten definitiv im Wasser lassen!

Es macht jedoch meistens Sinn zumindest den Köder neu zu bestücken. Fischt man zum Beispiel mit dem Hardcore Fish Pro wird der Hakenköder schnell sehr viele Aromastoffe ins Wasser abgeben. Bestückt man den Hakenköder neu kann er wieder frische Aromen ausschütten. Wir empfehlen beim neuen Auslegen der Ruten nicht erneut in großen Mengen zu füttern. Hat man keinen Biss bekommen, liegt auf dem Futterplatz wahrscheinlich noch eine Menge Futter. Hier kann ein einzelner frischer Boilie Wunder wirken.

Tipp 5: Flüssiger Spodmix

Der flüssige Spodmix ist ein Trend aus England. Ziel ist es, den Fisch anzulocken ohne ihn zu befüttern. Klingt komisch oder? Der Trick ist, dass man das Futter im Mixer zu Hause klein macht. Und zwar so klein, dass es nur noch staubig ist. Angemisch mit Wasser wird es zu einer schönen Pampe.

Diese Pampe wird dann entweder per Futterschaufel ins Wasser „geschüttet“ oder sie kommt in eine Futterrakete. Einfach den flüssigen Spodmix zu Hause in eine Flasche füllen und dann am Wasser in die Rakete umfüllen.

In den Spodmix kann man quasi alle Futtermittel mischen. Interessant sind Futtermehle, Boilies, Hanf und vor allem Dosenmais. Unterwasser entsteht eine große Wolke. Diese wird durch Kleinfische weiter vergrößert. Auch kann man als Bonus noch Dips oder Soaks in den Spodmix mischen, die weitere Eigenschaften haben können (zum Beispiel besondere Farben).

Mit diesem kleinen aber feinen Trick kann man Karpfen an eine Stelle locken, ohne sie zu sättigen. Verwendet kann man dies tagsüber beim Stalken oder generell bei Kurzansitzen. Nachts ist dies nicht unbedingt notwendig, kann man natürlich trotzdem machen. Meine Empfehlung dabei sind vor allem auffällige Pop Ups. Wird der Karpfen von der Futterwolke angelockt, hat er direkt einen Köder im Auge.

Tipp 6: Futtermengen bei Nacht

Vor allem an heißen Tagen geht es nachts oft so richtig ab. Wenn es tagsüber sehr heiß war, haben sich die Karpfen in schattigen Stellen versteckt und kommen nachts raus um richtig zu fressen. Generell beißen Karpfen meistens nachts mehr als tagsüber. Die Dunkelheit bietet ihnen Schutz vor Raubfischen.

Für den Karpfenangler heißt das: Viel füttern! Bei einem mittelgroßen Baggersee kann man gut 0,5 bis 1kg Boilies verfüttern. Es gibt auch Gewässer mit großem Karpfenbestand, wo auch mal 5-6kg Mais notwendig sind. Dort werden eimerweise Mais rein gekippt, am nächsten Morgen: alles weg!

Man sollte das Fressverhalten der Karpfen dabei nicht unterschätzen. Ein Fehler, den man dabei sehr schnell machen kann ist, dass man zu viel nachfüttert. Hat man einmal gefüttert und dann keinen Fisch gefangen (oder keinen Fehlbisse bekommen) sollte man das Füttern vorerst einstellen. Erst nach dem ersten Fisch oder nach mehreren Fehlbissen kann nachgefüttert werden.

Tipp 7: Dips als kleines Extra

Sommerzeit ist auch die Zeit der Dips, Soaks und Powders. In keiner Jahreszeit bieten sie so viele Vorteile wie im Sommer. Gerade, wenn es wärmer wird, bekommen die Karpfen plötzlich ein breiteres Angebot an natürlicher Nahrung. Als Karpfenangler möchte man daher seine Köder nochmals etwas abheben. Dafür eigenen sich zum Beispiel Dips. Diese arbeiten bei hohen Temperaturen deutlich besser als bei geringen. Vor allem beim Angeln tagsüber kann ein Dip nicht schaden.

Tipp 8: Sommer = Öle

Oft bekommt man zu hören, dass Hanfprodukte eher für den Sommer geeignet sind. Das stimmt, da ätherische Öle im Hanf sich besser bei hohen Temperaturen auflösen. Es gibt Dips auf Öl Basis und auf Alkoholbasis. Die Dips auf Alkoholbasis sind ideal für den Winter, da sie sich auch bei geringen Temperaturen auflösen können. Dips auf Öl Basis dafür eher im Sommer.

Nicht nur Dips, sondern auch Hanf an sich arbeitet im Sommer deutlich besser. Hanf an sich ist ein sehr guter Lockstoff. Man kann alternativ auch Hanföl in sein Futter (oder über seine Boilies) gießen.

Tipp 8: Karpfen an der Oberfläche

Die Oberflächenangelei wird leider oft vergessen. Die großen Hersteller drängen uns dazu all mögliches Tackle zu kaufen, obwohl es manchmal ganz einfach gehen kann. Rute, Rolle, Kescher und eine Abhakmatte.

Als Köder kann man Brot verwenden. Relativ neu auf dem Markt sind schwimmende Pellets. Der Trend kommt aus England, dort fischen viele Angler mit Pellets. Vorteil ist, dass man sie relativ weit werfen kann. Mit Brot geht das nicht so einfach. Für kleine Gewässer sollte Brot jedoch vollkommen reichen.

Bei Oberflächenangeln kann eine Polbrille helfen. Mit dieser kann man Teile der Wasseroberflächenspiegelung ausblenden. Das hilft einem besser die Karpfen Unterwasser zu erkennen.

Teilweise kann es wirklich hilfreich sein das Brot in einem Dip zu tränken. Oft nehmen die Karpfen das Brot nur als Blatt oder Stück Ast war. Es verlockender Geruch kann diese Meinung ändern. Dort muss man auch nicht unbedingt süße Dips nehmen, sondern kann auch in die eher fischige Ecke greifen.

Tipp 10: Das Stalken - sinnvoll?

Das Stalken ist wohl einer der spannendsten Arten auf Karpfen zu fischen. Mein aller erster Biss bei Stalken war unfassbar. Wenn man immer mit Selbsthakmontagen fischt und den Biss selber nie mitbekommt, ist es einfach Wahnsinn den eigenen Biss live zu verfolgen. Man sieht, wie der Karpfen angeschwommen kommt und dann beginnt das Zittern. „Wann nimmt der endlich meinen Köder?“.

Generell das Stalken eignet sich nur tagsüber, nachts sieht man fast gar nichts. Auch sollte man nicht großartig Füttern. 3-4 Boilies oder Tigernüsse sind in Ordnung. Wer mehr füttert verfolgt nicht dem Prinzip des Stalkens. Bei Stalken bewegt man sich die ganze Zeit und sucht die Fische. Hat man einen Fisch gefunden, kann man ihn nicht mit händeweisen Boilies abschießen. Der Karpfen wird schneller weg sein als man denken kann.

Die einzige Option beim Stalken zu füttern ist mit flüssigem Futter. Wie das flüssige Futter funktioniert steht ober auf der Seite bei: Flüssiger Spodmix

Eine der besten Montagen zum Stalken ist die Chod Rig Montage. Hierbei präsentiert man einen Pop Up Boilie. Dieser steht wenige Zentimeter über dem Grund. Die Farbe des Pop Up Boilies ist meist auffällig. In England haben sich in den letzten Jahren die Farben pink und weiß durchgesetzt.

Um dem Pop Up Boilie noch etwas mehr Attraktivität zu geben, kann man ihn noch in einem Dip tränken. Sowohl vom Geruch als auch von der Farbe (Farbwolke) wird der Köder deutlich mehr Aufmerksamkeit erregen. Bei Stalken ist ein auffälliger Köder wichtig, da der Karpfen nicht lange am Platz bleibt. Warum auch? Dort ist kein Fressen.

Tipp 11: Beißzeiten - wichtiger Erfolgsfaktor

Generell sind Karpfen nachtaktiv. In der Nacht fühlen sie sich sicherer, da sie von Feinden in der Dunkelheit schlechter erkannt werden. Logischerweise fängt man in der Nacht mehr als am Tag. Mitten in der Nacht und in den Morgenstunden geht oft am meisten. Wenn es tagsüber extrem heiß ist, wird man am Grund wenig fangen. Dafür geht es nachts noch mehr ab.

Das Nachtangeln ist im Sommer relativ wichtig. Klar kann man tagsüber auch gut fangen (vor allem morgens), jedoch ist es meistens nachts noch besser. Das Schöne ist, dass man im Sommer nicht unbedingt ein Zelt braucht. Wenn die Nächte warm sind und die Wettervorhersage keine Regen ankündigt, kann man unter freiem Himmel schlafen. So kommt man schneller an die Ruten und der Ausblick ist fantastisch. Ein wenig Mut sollte man schon mitbringen. Die Wettervorhersagen sind oft nicht so zuverlässig, wie man es sich wünscht.