Anfüttertechniken für jede Situation

Inhalt:

1. Futterkelle

2. Futterrakete

3. Boilierohr

4. Futterboot

5. Großes Boot

6. PVA

1. Anfüttern mit einer Futterkelle

Das Anfüttern mit der Futterkelle ist sehr verbreitet. Vor allem unter den Friedfisch Anglern. Aber auch beim Karpfenangeln ist es eine wirklich gute Möglichkeit auf Distanzen von bis zu 20-25 Metern zu füttern. Es empfiehlt sich mit Grundfutter oder Paniermehr Ballen zu formen, da diese deutlich besser fliegen als loses Futter. In diese ballen kann man gut Boilies oder Partikel einkneten. Falls man nur Partikel füttern möchte, sollte man eher auf große Partikel setzten wie Tigernüsse oder Mais. Diese fliegen deutlich weiter, als Weizen oder Hanf.

Mit verschiedenen Aufsetzern und verschiedenen Verlängerungsstäben kann man seine Futterkelle gut an Situationen anpassen. Ein Vorteil von der Futterkelle ist, dass man auch nach links oder rechts sein Futter werfen kann. Zum Beispiel unter einen Baum oder neben einen Busch, der über das Wasser ragt. Außer mit einem großen Boot ist das normal nicht möglich.

Auch gut ist, dass man mit einem Verlängerungsstab sein Futter direkt ins Wasser „legen“ kann. Dies ist hilfreich, wenn man keine Geräusche machen möchte oder die Fische schon am Futterplatzt sind.

2. Mit der Futterrakete das Gewässer attackieren

Wenn man sich eine anständige Futterrakete zulegt (z.B. Spomb) kann man problemlos sein Futter über 100 Meter weit anfüttern. Und das sogar auf den Meter genau. Futterraketen gibt es in verschiedenen Größen. Wenn man eine mittlere Größe nimmt brauch man auch keine extra Spotrute, sondern kann seine normale Karpfenrute verwenden.

Wenn man einen Spot zum Anfüttern gefunden hat, kann man ihn auf seiner Rolle feststellen und jedes Mal genau auf diesen Spot werfen. So kann man große Mengen an Futter immer platziert füttern. Auch kann man (je nach Futterrakete) auch Flüssigkeiten wie Dips oder trockenes Pulver an den Futterplatz bringen. Tipp: Das kann man tagsüber machen, wenn man einen schnellen Biss haben will. Flüssiges Futter (Futter mit zu viel Wasser) oder Pulver (Trockenes Futter) bilden Unterwasser eine riesige Futterwolke, welche in Gewässer für Aufmerksamkeit sorgt.

Der einzige Nachteil einer Futterrakete ist, dass sie relativ laut ist. Wenn sie auf die Wasseroberfläche aufprallt kann man es an seiner eigenen Stelle (von wo man ausgeworfen hat) hören. Wie sich dieses Geräusch Unterwasser verbreitet ist unklar. Dennoch stellt dies kein Problem dar und viele Angler weltweit fangen trotzdem, da ein Vogel, der im Wasser landet genauso laut ist. Auch geht das Geräusch eine halbe Sekunde und die Fische stört dies nicht.

3. Mit dem Boilierohr Kugeln schießen

Ein Boilierohr (auch Boiliewurfrohr genannt) kostet erstmal nicht viel Geld (geht ab 6-7€ los) und gehört zur Basis Ausstattung für jeden Karpfenangler. Wer einen drauf setzten will, kann sich auf ein Boilierohr für 150€ kaufen, denn damit kann man noch ein Stück weiter werfen und auch platzierter, ist aber für einen normalen Karpfenangler nicht notwendig.

Ein normales Wurfrohr kann problemlos auf Distanzen von 100-150 Metern kommen (hängt vom Wind und vom Boilie ab). Der Boilie sollte hart genug sein, damit er der Belastung stand hält und nicht in der Luft aufeinander bricht. Vor allem wenn man extrem weit kommen will, sollte der Boilie wirklich kugelrund sein und keine überstehenden Kanten haben, denn diese beeinflussen die Ziel Genauigkeit. Auch Pellets kann man mit einem Boilierohr gut schießen, solange sie eine symmetrische Form haben (keine überstehende Kanten oder ähnliches). Die fliegen aufgrund der  Aerodynamik nicht so gut wie Boilies, aber über 50-60 Meter kommt man dennoch.

Eines der größten Vorteile des Wurfrohrs ist, dass man sehr breitflächig füttern kann. Wer es auf größere Fische abgesehen hat, dem kann das helfen. Vor allem wenn man mehrere Boilies ins Wurfrohr packt, kann man ganze Futterstraßen erzeugen.

4. Mit dem Futterboot die Karpfen jagen

Ein normales Futterboot ist nicht unbedingt für jeden Karpfenangler etwas. An vielen Gewässern in Deutschland sind Futterboote nicht erlaubt und sie sind auch sehr teuer. Ein gutes Futterboot fängt bei 300-400€ an und endet bei 1000-1500€. Im Verhältnis zu den anderen Futtertechniken definitiv die teuerste Art des Fütterns. Ob sich ein solches Futterboot für einen selber lohnt muss man sich selber fragen.

Der Vorteil ist, dass man sehr schnell füttern kann und vor allem platziert. Im Prinzip kann man wirklich alles füttern, egal ob trocken, feucht, klein oder groß. Die meisten Futterboote können auch mehrere Kilos an Futter transportieren. Seine Montage (mit Blei und co.) kann man dann ebenfalls in das Futterfach legen und dann auf das Wasser raus fahren. Je nach Modell kann man mehrere hundert Meter raus fahren, Hauptsache man sieht sein Boot noch.

Man sollte jedoch wissen, dass so platziertes Futter nicht unbedingt für jede Situation gut ist. Im Winter oder Frühling definitiv, aber im Sommer sind große Futterplätze oft der Schlüssel zu Erfolg, hängt jedoch oft vom Gewässer an. Am besten man informiert sich vorher bei seinen Vereinsmitgliedern, ob diese ein Futterboot verwenden. Wenn ja und wenn dies auch gut läuft, kann man sich mit einem Futterboot definitiv viel Arbeit und Zeit sparen, nur muss man tief in die Tasche greifen.

5. Mit einem großen Boot ein Ausflug aufs Wasser

Zuerst einmal ist ein Boot groß, teuer und aufwendig fahrbereit zu machen. Dennoch ist das Boot mit einer der besten Möglichkeiten zu füttern. Mit keiner anderen Methode kann man so individuell Füttern wie mit einem großen Boot.

Man kann über große Flächen füttern oder  ganz platziert. Die eigenen Hände sind genauer als jedes Boilierohr oder jede Futterrakete. Zudem kann man direkt nach dem Füttern seine Montagen platzieren und das auch genauer als mit jede Rute + Rolle. Auch kann man füttern was man möchte. Ballen, Partikel, Grundfutter oder Boilies, alles ist machbar und dazu noch einfach.

Ein Boot hat natürlich noch viel mehr Vorteile als nur füttern. Man kann seine Spots suchen, ein Echolot verwenden, den Untergrund abtasten oder sogar vom Boot aus drillen. Das Drillen aus dem Boot bietet eine höhere Sicherheit einen Fisch zu landen und Hindernisse können einfach überfahren werden.

Der Nachteil ist, dass an einigen Gewässern Boote verboten sind. Auch nachts mit dem Boot raus fahren ist keine tolle Angelegenheit, vor allem nicht bei Wind und Regen. Falls man in eine solche Situation kommen sollte, besser den Wind und Regen abwarten oder vom Ufer aus auswerfen. Natürlich ist besonders in solchen Situationen eine Schwimmweste Pflicht. Schwimmwesten sollte aber allgemein immer auf einem Boot betragen werden.

Wahrung: Bitte nicht mit einer langen Wathose auf ein Boot steigen! Das ist lebensgefährlich und es gab schon mehrere Tote in Deutschland! Wenn die Wathose einmal mit Wasser vollläuft, ist Ende. Das reißt einen sofort Unterwasser und auch ein guter Schwimmer kann sich nicht dagegen währen. Auch das Ausziehen der Wathose Unterwasser und nicht möglich. Bitte diese Wahrung in Zukunft beachten und gerne anderen Anglern Bescheid geben.  

6. Mit PVA zum Erfolg

Wer einen PVA Beutel an dem Haken kann man direkt um seinen Hakenköder Futter platzieren. Zwar nur in sehr geringen Mengen, jedoch punktgenau. Im Prinzip kann man alles füttern, wo kein Wasser drin vorhanden ist (daher keine Partikel, aber Grundfutter, Boilies, Pellets oder trockene Partikel). Mit PVA hat man die Sicherheit, dass der Haken frei auf dem Grund liegt, dies hat man bei keiner Anfütterungstechnik und ist ein positiver Nebenaspekt.

Wir haben bereits einen Artikel über PVA veröffentlicht, in dem man sich noch etwas genauer informieren kann -> 5 Tipps für PVA