Boilies selber machen- so geht’s!

Boilies kaufen ist einfach, ohne großen Aufwand und sie haben immer die selbe Qualität. Man braucht keinen großen Platz dafür, muss nicht die Küche belagern, alles easy. 

Manchmal packt den Karpfenangler aber die Neugier und er oder sie möchte eigene Kreationen herstellen. Dich hat auch die Neugier gepackt eigene Boilies herzustellen? Dann bist du genau richtig hier!

Eigene Boilies herzustellen hat natürlich auch einige Vorteile, für die du alle Mühen, seltsame Gerüche und klebrige Finger gerne in Kauf nehmen kannst.

Sie sind:

  • Preisgünstiger auf Dauer
  • 100% Klarheit über Inhaltsstoffe
  • Anpassbarkeit an Bedingungen
  • Individuelle Sorten, die es nicht zu kaufen gibt
  • Es macht Spaß und gehört für viele Zum Hobby dazu

Was brauchst du alles?

1. Topf zum Kochen

2. kleine Schüssel 

3. Holz- / Plastikbrett

4. Große Schüssel (1-2 Liter Füllmenge)

5. Waage

6. Boiliemix oder Boilierezept (dazu später mehr)

7. Boiliefarbe (optional)

8. Konservierungsstoffe (optional)

9. Boilie-Rollbrett

10. Boiliegun / Luftdruckspritze

11. Aufsatz für die Boiliegun


Bevor du mit dem Herstellen beginnst, musst du dir überlegen, ob du dir selbst ein Rezept zusammenstellst oder ob du auf einen Boiliemix zurückgreifen möchtest.

Boiliemix

Ein Boiliemix ist im Prinzip eine fertige Zusammensetzung aller Zutaten. Der Vorteil ist, dass du dir keine Gedanken machen musst, wo du deine Zutaten herbekommst oder welche Mengen du benötigst. 

In unserem Programm findest du fängige Boiliemixe zum besten Preis. Einmal haben wir einen Protein-Mix für dich bereit und einen Fisch-Mix.

Dich hat nun aber doch die Neugier gepackt und die Lust etwas ganz eigenes auszuprobieren? Dann haben wir hier ein paare Rezeptidden für dich, denn Boilies herzustellen ist beinahe so leicht wie Kuchen backen. Du nimmst die richtigen Zutaten in den richtigen Mengen, packst alles der Reihe nach zusammen und tada: fertig ist DEIN Boilie.

Unsere Rezepideen:

Einfache Boilies:

300 g Sojamehl, 300 g Grieß, 300 g Maismehl, 100 g Puddingpulver (Vanille oder Schoko)

Hanfboilies:

250 g Maismehl, 250 g Sojamehl, 100 g Hanfmehl, 100 g Milchpulver, 300 g Grieß , 5-15 g Paprika, Knoblauch oder Zimt

Frolicboilies:

500 g Frolic fein mahlen, 300 g Grieß, 200 g Maismehl, 1 El Knoblauchpulver, 5ml Öl

Fischmehlboilies:

200g Fischmehl, 200 g Maismehl, 200 g. Sojamehl, 400 g. Grieß

Tigernussboilie: 

300g Weizengrieß, 500g Tigernussmehl (Im Handel auch als Erdmandelmehl erhältlich), 100g Mais (gerodet), 100g Weizenmehl, 30 ml Öl, 1/2 TL Salz, 1 TL Zucker

Birdfoodboilie:

100g gemahlenes Vogelfutter, 200g Sojamehl, 250g Maismehl, 250g Grieß, 50g Geschmacksverstärker, 50g Zucker, 100g Casein

Hardcore Fischboilie:

200 g Sardinenmehl, 200 g Thunfischmehl, 150 g Reismehl, 150 g Weizengrieß, 120 g Maismehl, 50 g Lactalbumin, 50 g Bierhefe, 50 g Fischprotein, 30 g Blutmehl

Suche dir ein Rezept aus, besorge die Zutaten und es kann losgehen! Einige Zutaten bekommst du ganz einfach im Supermarkt und einige Zutaten haben wir auch in unsere Shop für dich. Schau mal rein! 

Du kannst natürlich auch weitaus mehr als nur 1kg Boilies herstellen. Das eine Kilo dient hier nur zur Veranschaulichung.

Schritt 1: Eier aufschlagen

Die Eier bilden die Basis für deinen Boilie, ohne Eier läuft nichts. In der Regel werden pro Kilo Trockenmix 10-12 L Eier verwendet.

Tabelle zur Veranschaulichung:

100 Gramm Trockenmix -> 1 L- Ei

1 kg Trockenmix -> 10 L-Eier

5 kg Trockenmix -> 50 L-Eier

20 kg Trockenmix -> 200 L-Eier



 

Schritt 2: Haltbarkeit verbessern

Du hast nun einen guten und günstigen Boilie selbst hergestellt, doch du solltest bedenken, dass diese auch haltbar sein sollten, wenn du nicht direkt alles verfütterst. Um die Haltbarkeit deutlich zu verbessern gibt es Konservierer.

Zu empfehlen ist ein geruchs- und  geschmacksneutraler Konservierer. 

Zur Dosierung des Konservierers orientierst du dich an der Feuchtigkeitsmenge im Mix und gibts davon 10% zum Mix hinzu. Grob über den Daumen gepeilt kannst du auch einfach auf 1kg Mix 15g Konservierer rechnen.

Den Konservierer gibst du idealerweise schon zu den Eiern. So kann er sich bestmöglich im ganzen Boilieteig verteilen. Zum Konservieren kannst du die fertigen Boilies am Ende natürlich auch eingefrieren (Freezerbaits) oder salzen. Zum Salzen haben wir weiter unten noch Tipps für dich!

Schritt 3: Bunte Boilies

Auf dem Markt gibt es Boilies in allen möglichen Farben. An jedem Gewässer funktionieren verschiedene Farben unterschiedlich. Daher kannst du selbst entscheiden, ob und wie du deine Boilies färben möchtest. 

Beim Kauf der Farbe solltest du darauf achten, dass sie lebensmittel geeignet ist. Denn die Karpfen oder auch andere Fische fressen den Boilie und sollen ihn ja gut vertragen und nicht, im schlimmsten Fall, daran zu Grunde gehen.

Ob der Farbstoff trocken oder flüssig ist, spielt keine Rolle. Die Dosierung liegt bei 1 kg Trockenmix auf ca. 3-4 Esslöffel Farbstoff.

Tabelle zur Veranschaulichung:

100 Gramm Trockenmix -> ½ Esslöffel

1 kg Trockenmix -> 3-4 Esslöffel

5 kg Trockenmix -> 15-20 Esslöffel

20 kg Trockenmix -> 150-200 ml (60-80 Esslöffel)

Wenn du satte Farben haben möchtest, solltest du die Farbe höher dosieren, für zarte Farben eher geringer.

Wie den Konservierer gibst du auch die Farbe direkt zu den Eiern dazu zur idealen Verteilung.

Schritt 4: Alles in einen Topf

Jetzt kommt die große Vereinigung: dein Trockenmix und dein Ei-Mix mit Konservierer und Farbe treffen aufeinander. Aus deinem 1kg Trockenmix werden am Ende gut 1,3kg Boilies. Klar, dass es durch die Zugabe von Konservierer, Eiern und Farbe natürlich etwas mehr wird.

 

Schritt 5: Rühren, Rühren, Rühren

Jetzt verrührst du alle Zutaten kräftig und ausgiebig miteinander. Das kannst du am Besten mit einem Handrührgerät machen. Du bist dann mit Rühren fertig, wenn es keine besonders trockenen oder nassen stellen mehr gibt und der ganze Mix gleichmäßig gefärbt ist. Ebenso sollte dein Teig am Ende auch nicht mehr übermäßig klebrig sein.

Sollte dir der Teig zu flüssig vorkommen oder zu klebrig, kannst du noch etwas Trockenmix oder Mehl hinzugeben und kräftig einrühren.

Kommt er dir hingegen zu trocken und krümelig vor, kannst du noch ein Ei dazu schlagen.

Schritt 6: Boiliegun- geladen und entsichert

Eine Boiliegun bekommst du im Baumarkt oder im Internet. Sie fangen bei 15-20€ an und enden bei 100-150€. Eine einfache Boiliegun reicht dir für den Anfang vollkommen aus.

Jetzt gilt es die Boiliegun zu Laden. Zunächst ziehst du deine Boiliegun auf .Den Boilieteig formst du dann zu einer Wurst, die etwas dünner ist als die Boiliegun.

Ist die ganze Ladung drinnen, kommt der Verschluss mit dem richtigen Aufsatz drauf.

Der Aufsatz bestimmt nun, wie dick die Boiliewurst ist, die aus der Gun kommt. Der Durchmesser der Wurst sollte ca. dem Durchmesser seine Boilierollbrettes gleichen.

Typische Durchmesser sind 16, 20 und 24 mm. Natürlich gibt es auch noch größere oder auch kleinere.

Auf der Abbildung beträgt der Durchmesser 14 mm. Wenn du einen kleinen Durchmesser wählst, bekommst du am Ende mehr Boilies (in der Stückzahl gemessen) und kannst somit eine größere Fläche befüttern.

Schritt 7: Abrollen

Die Würste aus deiner Boiliegun legst du nun quer über das Rollbrett. Sie sollten nicht über den Rand überstehen. Das wird sonst sehr unsauber und sorgt für Unmut. In dem Fall ist die Wurst lieber ein Stück zu kurz als zu lange.

Wenn du noch nicht so geübt mit dem Rollbrett bist, nimm zunächst nur eine Wurst nach der anderen. Wenn du mehr Übung hast, kannst du es auch wie in unserem Bild machen und gleich zwei oder sogar drei Würste auf ein Mal abrollen.

Jetzt kannst du mit dem Gegenstück mehrmals über diese Würste fahren und erhälst kugelrunde Boilies. Über nicht zu viel Druck aus. Alles sollte ganz geschmeidig laufen.

Schritt 8: Kochprozess

Nun befüllst du deinen Kochtopf zu Hälfte mit Wasser. Dieses bringst du auf dem Herd zum Köcheln. In das köchelnde Wasser legst du jetzt vorsichtig deine rohen Boilies. 

Deine Boilies sind nach ca 10-15 Minuten durch, oder einfach dann wenn sie an die Wasseroberfläche schwimmen. (Keine Sorge: nach dem Trocknen sinken sie wieder!)

Jetzt kannst du die gekochten Boilies einfach abschöpfen.

Alternativ kannst du deine Boilierohling auch in deinem handelsüblichen Dampfgarer zubereiten.

Schritt 9: Aufbewahren

Damit dein Boilie an Feuchtigkeit verliert, sollte er 1-2 Stunden auf einem Tuch (z.B. Küchentuch oder Handtuch) trocknen und abkühlen. Alternativ geht auch ein Kuchengitter oder ähnliches, so dass eben die Feuchte abziehen kann.

Wenn du den Konservierer verwendet hast, kannst du die Boilies dann in eine Tüte oder in einen verschließbaren Eimer packen. Sie sollten kühl und dunkel gelagert werden. 

Wenn du keinen Konservierer benutzt hast, kannst du deine Boilies nach dem Abkühlen und Trocknen auch in Salz einlegen. Für ein Kilo Boilies benötigt man ca 330g Salz. Am besten schichtest du Boilies mit Salz. Also eine Lage Boilies, Salz drüber und das immer im Wechsel. Auch diese Boilies sollten trocken , kühl und dunkel gelagert werden.

Die Haltbarkeit beträgt bei konservierten Boilies ca 6-8 Monate.

Dein fertiger Boilie

Jetzt kann’s los ans Wasser gehen mit deinen eigenen Boilies. Mal sehen welcher Feinschmecker sich deine Boilies gönnt! Wir wünschen dir maximalen Erfolg!